Der alte Mann

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Mittlerweile lebe ich alleine zuhause. Ich habe Kinder, Enkel, ja gar einen Urenkel. Meine Frau habe ich schon lange nicht mehr, also sitze ich häufig auf meinem kleinen Hocker und spiele Klavier. Man sollte meinen, ich habe beinahe jedes Stück schon gespielt.
Doch heute will ich wieder einmal etwas anderes unternehmen, draußen in der Natur, also gehe ich alleine in den Wald. Dort im Wald gibt es einen Park, wo Tiere in einem großen Gehege leben. Ich wandere dorthin, will die Tiere aus der Nähe sehen. Auch sind dort schon viele lachende Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene.
In einem der Gehege lebt ein gewaltiger Bär, meist schläft er, meist blickt er nur müde umher, muss nicht jagen, bekommt er doch sein Fressen bald von einem der Wärter gebracht. Ich schaue ihm zu, stehe ganz nahe am Zaun.
Plötzlich regt sich der Bär, erhebt sich mühsam und stampft laut auf die Erde.
Da kommen sie angerannt, die lachenden Kinder, die am Mobiltelefon hängenden Jugendlichen und die nach Aufregung lechzenden Erwachsenen. Wollen sie doch den ach so müden Bären rennen sehen! Sie drängen sich alle eifrig um den Zaun, ich fühle mich beengt, kein Platz ist mehr da.
Ich sehe, wie die Kinder schreien, wie sie sich schubsen. Ich sehe die Jugendlichen, wie sie gestikulieren, wie sie sich Platz verschaffen mit Arm und Bein. Und ich sehe, wie die Erwachsenen sich anbrüllen, wie sie gar kleine Kinder nach hinten schieben.
Da ruft ein junger Erwachsener ganz plötzlich aus dem wilden Handgemenge: „Mach doch Platz, alter Mann! Siehst du nicht, dass wir ganz nahe an den Zaun wollen. Wir wollen den Bären aus der Nähe betrachten. Du hast ihn doch schon so viele Male rennen, hast ihn jagen, hast ihn fressen sehen. Wir aber doch nicht, alter Mann, also mach doch Platz!“
Da trete ich gemächlich zurück, lasse mich in die letzte Reihe schieben, gehe weg und mache Platz.

Der Tasse Scherben

Eines Tages streifte der junge Mann so über den weihnachtlichen Markt. Die Luft war gefüllt mit einem Duft aus Zimt und süßlichem Glühwein. Leise rieselten kalte, weiße Flocken auf die filzigen Hüte und seidenen Mäntel der Menschen herab und ruhten dort aus. Die Menschen redeten gesellig miteinander, lachten und jubilierten über die vorweihnachtliche Zeit. Der […]

Das gedämpfte Licht

In einem unscheinbaren Raum, dessen Wände weiß waren, standen zwei Menschen. In der Mitte des Raumes war ein großer, kreisrunder Tisch platziert, flankiert von hölzernen Stühlen, deren nackte Haut bedeckt war mit einem geblümten Bezug. Der Raum diente lediglich dem Zweck, Entscheidungen zu treffen. Wenige Möbel fanden sich daher wieder. Ein einfaches Zimmer. Die Beleuchtung […]

Der blaue Haken

Ein doppelter Haken – die Nachricht ist angekommen. Kurz danach aber färbt sich der doppelte Haken blau. Aha, jetzt bekomme ich sicher sogleich eine Antwort zugeschickt. Dann dauert es ein wenig. Nach einigen Augenblicken ist noch immer keine Antwort gekommen. Hmm, es scheint wohl zu dauern, bis er sich eine passende Aussage überlegt hat. Nun […]